Newsletter Weingut Kornell 02/17

  

 

„Liebe Weinfreunde,

das Frühjahr ist für uns Weinbauern die Zeit der Präsentationen und Messen. Die Weine des neuen Jahrganges werden vorgestellt. An den beiden wichtigsten Frühjahrs-Messen - Prowein in Düsseldorf und Vinitaly in Verona – waren wir selbstverständlich präsent. Ein bisschen Herzflattern ist da schon immer mit dabei: Wie werden die neuen Weine ankommen, die Weißen 2016 und die roten Riservas aus dem Jahr 2014? Prüfung bestanden, dürfen wir nun sagen! Kunden, Partner und Einkäufer waren durchwegs angetan von den Weinen, auch einige Neu-Kunden konnten wir gewinnen. Ordentlich Herzflattern bereitete uns auch das Wetter. Von Anfang Februar bis Ostern gab es keinen Niederschlag, überhaupt war es schon seit vergangenem Oktober übermäßig trocken gewesen. Anfang April waren die Temperaturen mild, der Austrieb begann zeitig und zu Ostern gab es bereits einen Vorgeschmack auf Frühsommer. Aber: „Der April tut was er will“. In der Woche nach Ostern ließ eine mächtige Kaltfront die Temperaturen rapide fallen. Die Winzer in halb Europa erlebten schlaflose Nächte. Statt Frühsommer und Blüten waren Frost und Schnee angesagt. Mit Kerzen, Rauch und sogar Hubschraubern versuchte man, die Kaltluft zu vertreiben. Während Winzerkollegen nördlich der Alpen gravierende Einbußen erlitten und auch in Südtirol Frostschäden zu beklagen waren, blieben wir auf Kornell weitgehend verschont. Wieder einmal zeigte es sich, dass unsere Vorväter nicht ohne Grund über viele Jahrhunderte hier auf Kornell Weinbau betrieben. Wir schätzen uns glücklich, diese Arbeit weiterführen zu dürfen!

Ihr

Florian Brigl"

Ein wunderbarer Jahrgang!

Die Weine des letzten Jahrganges sind gut herangereift. Dem Weißburgunder hat die lange Lagerung auf der Feinhefe sehr gut getan. Auf unsere Sauvignon Blanc sind wir besonders stolz. Der Cosmas wurde gerade gefüllt. Der Oberberg bleibt noch bis Mai im Tank, zeigt sich aber sehr verheißungsvoll. Großartig wird der Lagrein. Ein prachtvolles Jahr!

Wie alles begann - Geschichte Teil 3

Großkarnell und Kleinkarnell

Im Mittelalter wurde unser Hof „Stafels“ genannt. Im Laufe des 15. Jahrhunderts gerät diese Bezeichnung allmählich in Vergessenheit. Stattdessen wird das Anwesen in den Aufzeichnungen immer öfter als „Carnellenhof“ bezeichnet. Anfang des 18. Jahrhunderts ist dann sogar von Großkarnell und Kleinkarnell die Rede, zwei Höfe, die nebeneinander liegen. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts befinden sich beide Anwesen in der Hand desselben Besitzers, Graf Bernardin von Wolkenstein Rodenegg und es setzt sich die Bezeichnung Karnellhof für das gesamte Anwesen durch. Als Regierungsrat lebte Bernardin von Wolkenstein nicht ständig in Siebeneich, sondern war in Innsbruck ansässig. Zur Weinlese aber, der Wimmerzeit, zog der Herr Graf mit Frau, Kind und Kegel für ein paar Wochen auf den Weinhof in Siebeneich. Sein Sohn Paris von Wolkenstein Rodenegg ließ die Hofstelle zu einer standesgemäßen Unterkunft ausbauen. 1775 wird der Kornellhof in den Aufzeichnungen erstmals als „Ansitz Karnellen zu Siebeneich“ bezeichnet. Damals erhielt der Ansitz sein heutiges Aussehen: Ein stattliches Haus mit auffälligen Ecktürmen, die markant in der Landschaft stehen. Während das Äußere gleich geblieben ist, hat sich im Inneren des Hauses seither einiges verändert. Wo früher Küche und Vorratskammer waren, sind heute die Büros untergebracht. Dort befindet sich auch der Verkostungsraum, wo Sie unsere Weine probieren können.

Neu auf dem Weingut: Cornelia Pechlaner

Cornelia Pechlaner ist neu auf Weingut Kornell. „Ich bin wieder zurück in der Weinbranche. Wichtig war mir ein Arbeitsplatz, wo ich autonom arbeiten und meine Kreativität einbringen kann. All das finde ich hier auf Kornell. Meine Aufgaben sind sehr vielfältig. Sie reichen vom klassischen Verwaltungsbereich wie Buchhaltung und Büroorganisation über Lagerhaltung bis hin zu Verkaufsabwicklung. Aber auch Marketing, Verkauf und Betriebspräsentation zählen dazu. Ich unterstütze Florian Brigl sowohl hier im Betrieb als auch auf Veranstaltungen im In- und Ausland. Ich fühle mich sehr wohl an meinem neuen Arbeitsplatz.

Die Leidenschaft für Wein begleitet mich schon sehr lange und spielte in meinem bisherigen Berufsleben schon eine wichtige Rolle. Nach meiner Matura sammelte ich Erfahrung in mehreren Weinhandelshäusern und war dort vor allem im Verkauf tätig, danach für den Einkauf verantwortlich. Nach zehn Jahren Weinbusiness packte mich die Reiselust und ich begab mich auf eine acht Monate lange Reise. Mit dem Rucksack ging es von Mexiko über Landweg bis nach Argentinien. Verschiedene Kulturen, Landschaftsbilder und Lebensweisen erweiterten meinen Horizont. Das war eine für mich sehr prägende und bereichernde Zeit, eine der besten Entscheidungen meines Lebens.

Nun aber bin ich sehr froh hier auf Kornell zu arbeiten, wo ich all meine Erfahrungen einbringen und mit einem tollen Team wachsen kann.“

Damian - der Gewürztraminer

Cosmas und Damian. Zwei Heilige, zwei Weine: unser Sauvignon und unser Gewürztraminer. Abgeleitet sind diese Namen von einer alten Wallfahrtskirche, geweiht den Heiligen Cosmas und Damian, die hoch über uns am Berg steht. Genau darunter wachsen die Trauben für unseren Gewürztraminer, ein Weinberg der nur 6.000 m² groß ist. „Südtirol ist bekannt für seine mächtigen, aromatischen Gewürztraminer. Mir sind die aber oft zu bombastisch, durch die enorme Fülle verlieren sie leicht an Trinkigkeit. Ich bevorzuge beim Gewürztraminer Mineralität und Trinkfluss“, meint Florian Brigl. „Den Damian bauen wir daher immer sehr trocken aus, da passt er dann auch besser zum Essen.“ Nach der Lese Mitte September vergären die Trauben im Stahltank, wo der Wein dann auch für fünf Monate reift.

Der Damian Gewürztraminer 2016 duftet intensiv im Glas. Er zeigt feine, aromatische Noten mit Anklängen an Gewürznelken, Rosenblättern, Litschi und Salbei. Auch am Gaumen hat er feine Gewürz- und Fruchtaromen, entfaltet sich elegant und mit frischen Noten, ist gut strukturiert und harmonisch. Und was isst Florian Brigl am liebsten dazu? „Kürbisravioli mit Salbeibutter und einigen Tropfen Aceto Balsamico Tradizionale, dazu unser Damian: Diese Kombination ist ein Gedicht!“